Mitglied im Närrischen Freundschaftsring Neckar Gäu

 

Zunftbeschreibung

 

Zunftname:                       Narrenzunft Wurmlinger Knöpfle e. V., gegründet 1978

                                               Mitglied im Närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu

Narrenruf:                          Milch - Knöpfle, Milch - Knöpfle, Milch – Knöpfle

                                               Der Narrenruf der Narrenzunft wurde dem Necknamen

                                               der Wurmlinger angepasst.

Zunftmeister:                   Frank Foitzik (Sohn des Gründungs-Zunftmeisters Werner Foitzik)

 

Die Zunft hat es sich zur Aufgabe gemacht, fasnachtliches und heimatliches Brauchtum zu fördern. Die Zunft zählt zurzeit (Stand Juli 2010) 223 Mitglieder, darunter 94 Masken- und Hästräger.

 

Die Narrenzunft Wurmlinger Knöpfle e. V. besteht aus:

  • Zunftrat

Der Zunftrat (Vorstand und Zunftrat) trägt einen grünen Mantel, eine orangefarbene Bluse und eine schwarze Hose. Grün und orange sind die Zunftfarben. Als Kopfbedeckung dient ein Hut mit Federn.

  • Milchknöpfle (Schellenweißnarr)

Den Wurmlingern wurde durch eine bäuerliche Gegebenheit und durch ein Spezialessen, nämlich die Milchknöpfle (durch ein besonderes Gerät getriebener Teig; eine Art Nudeln), der Neckname „Milchknöpfle“ gegeben. Die Maske ist aus Lindenholz geschnitzt und hat eine ovale Gesichtsform. Sie hat eine derbe, bäuerliche Gesichtsfarbe, eine vergrößerte breitflügelige Nase, wulstige Augenbrauen, die grünlich gehalten sind. Der Mund ist breit, verschmitzt, genießerisch, aus dem beidseitig die Knöpfle hängen. Die halb geöffneten Lippen sind in vollem Rot gehalten, durch die noch zwei Stumpenzähne zu sehen sind. Die Zähne der Knöpfle sind weiß. Auffallend sind die Pausbacken und das gut geformte Kinn. Die Maske stellt u. a. den nahenden Frühling dar. Als Kopfbedeckung hat das Knöpfle ein braunes Schaffell, das seitlich am Kopf deutlich durch Abnäher absteht. Die Kopfbedeckung hat die Bedeutung der Wurmlinger Schäferei, die heute noch besteht. Das Häs des Milchknöpfles besteht aus einem weißen langärmeligen Schlupfkittel und einer langen weißen Hose ohne Bügelfalten. Der Anzug ist mit Wurmlinger Geschichtsbildern bemalt. Der Kittel zeigt auf der Vorderseite das alte, adelige Wappen von Wurmlingen, auf dem Rücken das Wahrzeichen von Wurmlingen, die „Wurmlinger Kapelle“. Auf der Hose rechts vorne ist die Knöpflesmaschine, links vorne der Lindwurm aufgemalt, hinten rechts „de Wormeligen Veste“, hinten links „Graf Fritz von Wormelingen“ um 1400. Ärmelabschluss und längs des Ärmels sowie Hosenabschluss sind bunt bemalte Wellenornamente. Alle Bilder sind in kräftigen Farben gemalt. Zum Häs gehören einfache, saubere schwarze Schuhe und weiße Handschuhe. Das Knöpfle trägt zur Vervollständigung ein Glockengeschirr, genannt Gschell. In der Hand tragen die Knöpfle einen geflochtenen Korb mit Süßigkeiten zum verschenken an die Kinder, oder einen Neckstab, genannt Knöpflesmarotte.

 

  • Bajas (Blätzleshäs)

Das Bajas-Häs besteht aus einem Overall, der mit bunten Filzflecken bedeckt ist.  Die Farben sind rot, gelb, grün und blau. Die Kopfbedeckung ist ein hoher Spitzhut, der genauso mit bunten Filzflecken bedeckt ist. An der Spitze sitzt ein Federbusch, umrandet mit roten Fransen. Am Spitzhut ist ein schwarzes Tuch, genannt  „Schlag“, befestigt, auf dem ein grün umrandetes Gesicht mit roten Augen, Nase, Mund und heraushängender Zunge aus Filzstoff aufgenäht ist. Eingesäumt ist der Schlag mit roten Fransen und auf der Rückseite hängen drei Zotteln. Der Bajas   trägt einen Schellenstock. Er besteht aus einem gedrechselten Holzstab. Obenauf ein grüner Samtball, der zum Auftritt parfumiert wird. Darunter hängen bunt geflochtene Zotteln mit Schellen daran.

  • Wurmlinger Weible

Neben der Urform des heutigen Bajas und dem Strohbären gehörte zu den Anfängen der Wurmlinger Fasnet auch das sogenannte „Weible“. Die Maske ist   aus Lindenholz geschnitzt und zeigt das verschmitzt lächelnde Gesicht eines alten Bauernweibles mit Zahnlucken. Für das Häs verwendete man ein altes, ausgedientes „Schaffhäs“, so wie es eben zu damaliger Zeit üblicherweise von den Frauen bei Haus- und Feldarbeit getragen wurde. Mit dem „Wurmlinger Weible“ haben wir diese Fasnetsfigur wieder zum Leben erweckt. In Anlehnung an das ursprüngliche Schaffhäs trägt unser „Weible“ heute einen weiten, in Falten gelegten, knöchellangen Rock, darüber eine Schürze, darunter eine Pumphose.  Eine Bluse sowie evtl. eine Weste ergänzen das Häs. Die Jacke ist einfach geschnitten und  hat einen kleinen Stehkragen, sie reicht bis an die Hüften. Das damals übliche Kopftuch wird mit dem Maskentuch aufgenommen. Maskentuch und Schürze sind mit etlichen, übergroßen Läusen bestickt. Zur weiteren Ausstattung gehört ein sogenannter „Batscher“, ein aus Wellpappe gefalteter Fächer. Mit ihm neckt das Weible bei Umzügen die Besucher. Zuweilen hat es auch einen Stock oder trägt einen Korb mit sich. Früher wurden die Wurmlinger Weible mit diesem Wurmlinger Fasnetsreim geneckt:

Weib, Weib du alte Rongongl

Du zoahluggets Tier

hosch Läus uff am Buckel

Dreihonder ond vier

Uhland, Ahland, Lombadock

putz die Noas en Onderrock

 

  • Randelmäx (Sprungnarr)

Der Randelmäx ist nach fasnachtlichem Brauchtum und altertümlichen  Aberglauben eine dämonische Gestalt, die den Winter in seiner Grausamkeit darstellt. Bei der Namensgebung und Gestaltung legte man eine in Wurmlingen  seit Jahrhunderten kursierende Legende zugrunde. Nach dieser hauste im Randel, einem Flurstück im Oberen Wald, ein Einsiedler, durch sein wüstes Aussehen erschreckten sich die Waldgänger und Holzfäller, die dort gingen oder arbeiteten. Die von Mund zu Mund getragenen Aussagen entstanden wahrscheinlich nah einer geisterhaften Geschichte, mit der bei der Kindererziehung nachgeholfen wurde.  Die Randelmäxmaske ist aus einem länglichen Lindenholzblock geschnitzt. Sie hat ein geisterhaftes, dämonisches Aussehen. Bei der Farbgebung achtete man trotzdem auf eine menschliche Gestaltung, in dem die Maske in braun-fleischenen Farben gehalten wurde. Die großen, runden Augen, etwas herausstechend und weiß gaben das Dämonische wieder. Die Augenbrauen sowie die Augenringe wurden grün gehalten. Der Randelmäx hat eine breite große Nase. Aus dem  breiten dickwulstigen Mund – Lippenpartie rot – ragen zwei weiße Stoß- oder Werwolfzähne, darunter ein gut geformtes langes Kinn. Als Kopfbedeckung dient ein waldfarbenes grünes Kopftuch. Der Randelmäx trägt einen waldgrünen  Umhang aus Samtstoff, eine erdbraune Hose und eine weiße, aus Grobleinen bemalte  Überfallbluse, die am Hals und an der Hüfte geschnürt wird. Auf Umhang, Hose und Kopfbedeckung sind weiße Fäden aufgenäht, die Lagerstroh oder Heu darstellen. Die Bluse zeigt vorne das alte adelige Wappen von Wurmlingen, hinten auf den Ärmeln ist Waldlaub aufgemalt. Auch hierfür werden kräftige Farben benutzt. Der Randelmäx hat einen Sprungstab aus Fichtenholz, der mit frischem Reisig umbunden ist.

 

  • Weitere Figuren (nicht bei auswärtigen Umzügen dabei):

 

Graf Fritz von Wormelingen, genannt „Graf Wurmelo“, spielt in der Wurmlinger Fasnet auch eine wichtige Rolle. Vom Schmotzigen Dausteg bis Fasnetsdienschdag ist er der oberste Repräsentant der Wurmlinger Fasnet und regiert den Flecken. Er befreit die Schüler aus ihrer Schule und setzt den Ortsvorsteher und seine Räte ab. Er führt den Hemedglonkerumzug an, hält die Fasnetspredigt und ruft die Fasnet aus. Am Fasnetsdienschdag gibt er die Erlaubnis zur Fasnetverbrennung.

 

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© Narrenzunft Wurmlinger Knöpfle e.V.